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Gechillt kolonial in Hoi An

22. März 2006

Mit Hauke und Tinka haben wir zusammen Mui Ne verlassen und sind auf einem Bahnhof in der Pampa in den Nachtzug eingestiegen. Der Bahnhof lag ungefaehr 40 Kilometer vor der naechsten groesseren Stadt inmitten von Drachenfruchtplantagen. Ein paar Haeuser hatten sich inzwischen um den Bahnhof gruppiert, aber ueber ein Dorf oder aehnliches zu sprechen waere dann doch zuviel. Die Bahnhofshalle selbst war mit Sitzplaetzen fuer mehrere Dutzend Passagiere ausgestattet und ueber die pastellfarbenen Waende huschten mehrere Leguane und Echsen. Nach einer Stunde Warten wurden wir aus dem Gebaeude zu den Gleisen gelassen undkurz darauf fuhr auch schon der Expresszug in Richtung Hanoi eni. Unser Wagen musste leider ausserhalb des Bahnsteigbereiches halten, so dass wir uns durch den Zug bis zu unserem Schlafwagen durchkaempfen mussten. Gluecklicherweise hatten wir mit Hauke und Tinka ein Vierer-Schlafabteil gebucht, so dass wir mi Abteil voellig fuer uns waren. Norman und ich machten uns auf die Suche nach einem Bierverkaeuferund mussten dafuer den Zug komplett bis zur Zugspitze durchqueren. Die ersten drei Wagen waren Grossraumwagen mit Flachbildschirmen, auf denen nervige vietnam,esische Karaoke-Songs liefen – Glueck gehabt, dass wir doch den Schlafwagen gebucht hatten. Mit ein paar Dosen im Gepaeck kaempftyen wir uns wieder zum Abteil zurueck, vorbei an stillenden Muettern und Kindern, die gerade ihre Notdurft im Gang in einen Eimer verrichteten – Grossraumwagen eben. Mit Hauke und Tinka haben wir dann den Abend lang Doppelkopf (das haben uns die beiden hier beigebracht – wurde auchmal Zeit, dass ich das lerne) gespielt, bis wir alle muede genug waren und in unsere Betten fielen.

Am naechsten Morgen wachte ich um 10 vor 6 auf, weil wir eigentlich um Viertel nach 6 haetten ankommen sollen. Aber wozu sind schon Fahrplaene gut. Um halb 7 klopfte der Nudelsuppenmmann an dei Tuer und servierte Fruehstueck auf vietnamesisch – einen, zu gut deutsch gesprochen, Asia-Nudelsnack, nur das er nicht von Maggi ist, sonst aber haargenau das Gleiche! In Da Nang kamen wir dann um halb 8 an und liessen Hauke und Tinka im Zug zurueck. Wir schnappten uns mit einem Amerikaner und seiner thailaendischen Freundin einen Minibus und fuhren dierkt nach Hoi An zurueck.

Hoi An war frueher einmal einer der wichtigsten See- und Handelshaefen der Cham-Kultur, spaeter machten sich ein Jahrhundert lang die Portugiesen hier breit, japanische und chinesische Geschaeftsleute machten ihre Handelsniederlassungen auf, dann kamen irgendwann die Franzosen und verzogen sich auch wieder nach geraumer Zeit zum Praegen des kolonialen Staedtchens. Nur noch in vietnamesischer Hand fiel irgendwann die Entscheidung, die Nord-Sued-Zugverbindung an Hoi An vorbei zu legen und daraufhin verfiel das Staedtchen wieder in seinen Dornroesschenschlaf.

Koloniale Geschaeftsvilla, die heute eines der besten Restaurants der Stadt beherbergt.

Koloniale Geschaeftsvilla, die heute eines der besten Restaurants der Stadt beherbergt.

Und so ruhig und gechillt praesentiert es sich auch noch heute. Zwar haben inzwischen relativ viele Touristen das Kleinod als Attraktion ohne grossartige Sehenswuerdigkeiten entdeckt, dennoch hat sich das Oertchen und die Leute eine gewisse Liebenswuerdigkeit bewahren koennen. Die Strassen und Gassen sind eng, die kolonialen Bauten nicht hoeher als 2 Stockwerke und haeufig in einem warmen und leicht heruntergekommenen gelblichen Ton gehalten. Von den flachen Daechern haengen nicht selten Blumen herunter und die Geschaefte werden vor allem von ansaessigen Schneidereien dominiert. Sie kopieren, kreieren, locken mit billigen Preisen, bunten Stoffen und chinesischer Seide die Kundschaft an,nicht ohne zu vergessen, den westlichen Touristen darauf aufmerksam zu machen, dass alles very very chep und atuerlich cheaper than at home ist! Eine Schneiderin liess dann solang nicht mehr von uns, bis wir nus dazu bewegen liessen, sich ihr Gescgaeft anzuschauen. Als ich ihr deutlich machte, dass ich gerade keinen Anzug kaufen moechte, unter anderem, weil er ein transportproblem darstellen koennte, holte sie einen Katalog heraus mit Klamotten fuer jegliche Anlaesse. Da ich nur ioene kurze Hose dabei hatte, liess ich mich breitschlagen, mir eine Shorts Massschneidern zu lassen – fuer 9 Dollar – okay. Normi schloss sich meiner Entscheidung an und gab ebenfalls eine Shorts in Auftrag, die allerdings vorhin noch nicht fertig war.

Am Ufer legen heute nur noch Ruderboote und Taxi-Kaehne an.

Am Ufer legen heute nur noch Ruderboote und Taxi-Kaehne an.

Nachdem wir gestern viel durch die entspannten und ruhigen Gassen Hio Ans geschlendert und frueh ins Bett gefallen waren, standen wir heut morgen recht zeitig wieder auf der Matte. Nach Fruehstueck und Weiterfahrt organisieren leihten wir uns zwei furchtbare Fahrraeder (einziger Vorteil: 10.000 Dong am Tag, also ca. 50 Euro-Cent) und machten uns auf den Weg zum Strand.

Dort mussten wir binnen einer halben Stunde 5 Mal die gleiche Verkaeuferin abwimmeln, die ein maybe later immer als „ich komm dann in 2 minuten wieder“ missverstand. Also schwangen wir uns wieder auf unsere Drahtesel und suchten uns einen wesentlich ruhigeren Strandabschnitt, an dem lediglich ein paar Fischerboote lagen und weit und breit keine Menschenseele in Sicht war.

Chillen und Braeunen in der Sonne Vietnams - frueher tummelten sich hier vorrangig amerikansche GIs auf Fronturlaub.

Chillen und Braeunen in der Sonne Vietnams - frueher tummelten sich hier vorrangig amerikansche GIs auf Fronturlaub.

Spaeter radelten wir ueber eine abgelegene Strasse und bogen irgendwann in einen kleinen Weg ein, der uns dann direkt durch saftig gruene Reisfelder fuehrte.

Reisfelder in der Umgebung Hoi Ans.

Reisfelder in der Umgebung Hoi Ans.

In den kleinen Doerfern winkten uns immer wieder kleine wie auch grosse Kinder zu und probierten ihre paar Brocken Englisch an uns aus.

Diese Kinder fanden die beiden Touristen mitt ihren klapprigen Raedern toootal spannend.

Diese Kinder fanden die beiden Touristen mitt ihren klapprigen Raedern toootal spannend.

Manche Kinder finden es auch total spannend, weisse Haut zu beruehren und so kommt es hier im Allgemeinen nicht selten vor, dass sie jedes nackte Stueck HAut betatschen nud befuehlen muessen, um zu sehen, ob sich die Haut der Langnasen nun anders anfuehlt, als ihre eigene. Weiss gilt hier uebrigens als besonders chique  – die Apotheken und Drogerien sind voll mit withening-cremes und Hautblassern, oder wie auch immer man sowas nennen mag. Zur Braeunungscreme oder der Sonnencreme mit unterstuetzenden Braeunungswirkung wuerde hier kein Mensch greifen – aber man will wohl immer das haben, was man nicht hat….

Tempelanlage am Wegesrand - verziert mit Hakenkreuzen, die hier wohl nach wie vor das Sonnenrad symbolisieren.

Tempelanlage am Wegesrand - verziert mit Hakenkreuzen, die hier wohl nach wie vor das Sonnenrad symbolisieren.

Nach unserem Fahrradausflug konnten wir dann endlich unsere Shorts abholen, wobei Normi gerade darauf hofft, dass seine nach einer weiteren Aenderung noch ins Hotel geliefert wird. Morgen frueh werden wir diese herrlich ruhige Stadt (ich hatte es nahezu als selbstverstaendlich vorausgesetzt – sie ist natuerlich und voellig zu recht Weltkulturerbe) und werden weiter in die alte Kaiserstadt Hue ziehen. Uebermorgen wollen wir dann wieder Tinka und Hauke am Bahnhof treffen, die bereits fuer uns die Tickets fuer die Weiterreise aus hue weg organisiert haben. Mit ihnen geht es dann gemeinsam wieder in Richtung Halong-Bucht. Soweit erstmal, der Rechner hier ist (entschuldigt, aber es ;aesst sich nicht anders sagen) scheisse-langsam und ich habe wohl zu recht die Befuerchtung, dass er mir noch waehrend des Schreibens abstuerzen koennte!

Hoi Ans Gassen bei naechtlicher Beleuchtung.

Hoi Ans Gassen bei naechtlicher Beleuchtung.

Freunde, ich waer Euch total dankbar, wenn mir mal jemand nach dem Spiel Deutschland-USA das Endergebnis auf die Funke jagen wuerde – das kommt naemlich nach unserer Zeit gegen 2 Uhr morgens. Ich danke demjenigen, der mich erhoert, bereits tausendfach im Voraus!

Gruesse aus Zentralvietnam, ciao Jakob!

Leaving Mui Ne-Beach behind us…

20. März 2006

In einer Stunde werden wir in unserem Hostel mit einem alten amerikanischen Militaerjeep abgeholt werden und dann zum 30 Kilometer entfernten Bahnhof gebrahct werden. Von dort aus geht es dann weiter nach Da Nang, unterhalb von Hoi An! Damit verlassen wir unseren Kuestenort, in dem wir ein seeeehr chilliges Wochenende verbracht haben. In Kurzfassung:

Freitag: Ankunft, Strand Strand, Essen, Strand, Essen!

Samstag: Essen, Strand, Strand, Essen, Strand, Strand, Weiterreise organisiert, Strand, Essen, Schlafen!

Sonntag: 5 Uhr aufstehen, auf die gemieteten Roller gesetzt, Rote Sandduenen angeschaut und den Sonnenaufgang genossen, Essen, Weisse Sandduenen genossen, Essen, Strand Strand Strand, Essen, Roller zurueckgegeben.

Heute: 5:30 h aufgestanden (Hauke und ich – Hauke ist der maennliche Part des Berliner Paerchens, mit denen wir grad zusammen unterwegs sind), Sonnenaufgang bei Strandwanderung genossen, im Fluesschen bis zu Wasserfaellen gelaufen, zurueck, Strand, Essen, Strand, Weblog, Strand, Abfahrt zum Bahnhof, Nachtzug nach Da Nang.

Die letzten Tage in Bildern:

(vrnl) Hauke, Tinka, Norman, Ich

(vrnl) Hauke, Tinka, Norman, Ich

Perspektive aus unserem Bungalow.

Perspektive aus unserem Bungalow.

Sonnenaufgang über Muy Ne Beach

Sonnenaufgang über Mui Ne Beach

Sie versuchten uns zu hauf irgendwelche Rutschmatten zu verticken, mit denen wir die Duenen runterrutschen sollten. Sah aber sehr langweilig aus - ergo: nicht gekauft!

Sie versuchten uns zu hauf irgendwelche Rutschmatten zu verticken, mit denen wir die Duenen runterrutschen sollten. Sah aber sehr langweilig aus - ergo: nicht gekauft!

Die Dünen

Die Dünen

Der leckere Redsnapper ist nach unserem Abschiedsessen komplett in meinem Magen gelandet.

Der leckere Redsnapper ist nach unserem Abschiedsessen komplett in meinem Magen gelandet.

Tschoeeee!!!!